Gutachten

Sanierung von Flachdachdächern – Schadstoffgutachten

Mit einem Schadstoffgutachten auf der sicheren Seite

Bei der Sanierung von älteren Flachdächern sind Schadstoffe ein wichtiger Aspekt. Eine gründliche Voruntersuchung der Schadstoffbelastung schützt den Eigentümer vor unliebsamen Überraschungen und trägt wesentlich zur Kostensicherheit der Sanierungsmaßnahme bei.

3 Min.

Ein Schadstoffgutachten gibt genaue Auskunft über das Vorhandensein von verbauten schadstoffbelasteten Materialien.

Einige typische Schadstoffe sind:

  • Asbest

Asbesthaltige Materialien wie Asbestpappe oder Asbestzement können in älteren Flachdächern vorkommen. Asbest ist gesundheitsschädlich und sollte fachgerecht entfernt werden.

  • Chloranisol

Dieser Schadstoff kann einen starken muffigen Geruch verursachen und aus Bauteilen wie Holz oder Dämmstoffen emittieren.

  • Formaldehyd

Spanplatten im Dachausbau können formaldehydhaltig sein und sollten ebenfalls berücksichtigt werden.

  • Mineralwolle

Einige ältere Dämmstoffe enthalten künstliche Mineralfasern, die als potenziell krebserregend gelten. Bei der Sanierung sollten diese Materialien sorgfältig behandelt oder ersetzt werden.

  • Teerpappen

Teerpappen können polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) enthalten, die ebenfalls gesundheitsschädlich sind.

Eine klare Zuordnung der Quelle basierend auf ausreichende Untersuchungsergebnisse ist für eine erfolgreiche Sanierung unerlässlich. Die Ermittlung erfolgt durch Bauteilöffnungen, Probenentnahmen und Untersuchungen im Labor. Je nach Art des Schadstoffes müssen die Gefahrstoffverordnung sowie ggf. zusätzliche Richtlinien und technische Regeln für Gefahrstoffe (TRGS) sowie deren Entsorgung beachtet werden.

Ein Schadstoffgutachten in Verbindung mit einer umfassenden Rückbauplanung zeigt die notwendigen Maßnahmen hinsichtlich des Arbeitsschutzes, der Arbeitsmethoden und Entsorgung auf

Vorteile eines Schadstoffgutachtens:

  • Kostensicherheit bei der Sanierungsplanung
  • Minimierung von gesundheitlichen Risiken für die Facharbeiter und späteren Nutzer
  • Gesundheits- und umweltgefährdende Immissionen werden vermieden
  • Kein Verstoß gegen rechtliche Vorschriften
  • Keine unliebsamen Überraschungen

Fallbeispiel

Sanierung der Flachdächer von verschiedenen Schulgebäuden aus unterschiedlichen Jahren.

Bspw.: Flachdach aus dem Baujahr 1970, letzte Sanierung 1984, ca. 260 m² Dachfläche, Dach- und Hauptentwässerung vorhanden, Notentwässerung nicht vorhanden, Rigipsdecke auf Trockenbau-Metallprofilen, PE-Folie als Dampfsperre, diverse Balkenlage, Sparrenkonstruktion, Spanplattenbelag, 4-lagige bituminöse Dachabdichtung, Oberflächenschutz abgängig

Auszug aus den vorhandenen Schäden und Mängel

  • Diverse Undichtigkeiten in der Dachabdichtung
  • Zersetzungserscheinungen in der Holzkonstruktion
  • Unzureichende Entwässerung
  • Stehendes Wasser auf dem Dach
  • Fehlende Sicherheitseinrichtung
  • Keine ausreichende Be- und Entlüftung
  • Dämmung KMF-Mineralwolle, da vor 2000 verbaut
  • Asbesthaltige Kaminkopfverkleidung, da vor 1995 verbaut

Ergebnis

Aufgrund der Vielzahl an Mängeln, Undichtigkeiten und den Zersetzungserscheinungen der Holzkonstruktion wird für diesen Fall der komplette Rückbau der Dachkonstruktion bis auf die Holzschalung auf der unteren Balkenlage empfohlen.

Sanierungsvariante A

Erstellung einer neuen Holzkonstruktion, wie im derzeitigen Bestand, mit einem Gefälle von min. 2 % zur Dachmitte. Photovoltaikanlage, Dachentwässerung, Dachabdichtung.

Gesamtsumme ca. 309.400,00 € bei einer geschätzten Haltbarkeit von 30 bis 40 Jahren und jährlichen Wartungskosten von 500,00 €

Sanierungsvariante B

Erstellung einer neuen Holzkonstruktion als Pultdach mit Dachüberstand und einer Dachneigung von ca. 5°. Photovoltaikanlage, Dachentwässerung, Dachabdichtung.

Gesamtsumme ca. 333.200,00 € bei einer geschätzten Haltbarkeit von 60 bis 80 Jahren und jährlichen Wartungskosten von 250,00 €.

Auch hier können staatliche Förderungen in Anspruch genommen werden.

Aufgrund dieser Sanierungsempfehlung, die auf persönliche Inaugenscheinnahmen, Schadstoffuntersuchungen und einer Kosten-Nutzen-Abwägung basiert, kann der Auftraggeber eine fundierte Entscheidung über die Sanierung des Flachdaches treffen. 

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